Salon der Energieavantgarde

Projektziel

Öffentlicher Diskurs zu Themen des Reallabors im Rahmen bestehender Veranstaltungsformate

Projektpartner

Handlungsfelder

Vermittlung Bildung & Tourismus

Die Salons der Energieavantgarde werden als Format entwickelt und etabliert, um in einem Kreis von 60-80 Teilnehmern regelmäßig Herausforderungen, Fragestellungen und strategische Schlussfolgerungen aus den Bereichen Innovation, Energiepolitik, Energiewirtschaft oder Partizipation aus der Energieavantgarde zu diskutieren und Ideen der Energieavantgarde der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Strategisch interessante Orte sind Veranstaltungen mit hoher Multiplikatorenwirkung im jeweiligen Themenfeld. Beteiligungen gab es beispielsweise am BMUB Festival 2016 (Berlin) und dem Kirchentag/ Reformationsjubiläum r2017 (Lutherstadt Wittenberg und international).

Beteiligung am Reformationsjubiläum r2017

„Reformation – Transformation – Energiewende“
Energieavantgarde Anhalt e. V. & dynamis präsentieren zum
Festwochenende des Reformationsjubiläums 2017 den
Spirituellen Speicher

Unter dem Motto „Reformation – Transformation – Energiewende“ beteiligte sich der Energieavantgarde Anhalt e. V. in Kooperation mit dynamis am diesjährigen Reformationsjubiläum in der Lutherstadt Wittenberg. Bereits zum Auftakt, am Festwochenende am 27. und 28. Mai 2017, war die Energieavantgarde Anhalt (EAA) auf den Elbwiesen mit ihrem Spirituellen Speicher vertreten. Der mobile Solarcontainer der Africa GreenTec AG hat mit Hilfe der Firmen TESVOLT GmbH und der BIELE-MEDIA den erwarteten ca. 250.000 Besuchern des Festgottesdienstes Ökostrom zur Verfügung gestellt. Der dreigliedrige Megaspeicher ist mit einer Ladestation für Mobiltelefone, Kameras, E-Bikes und Elektrorollstühle ausgestattet. Das knapp 400 Quadratmeter große, 16 Tonnen schwere System kann mittels Photovoltaik bei Sonnenschein täglich etwa 160 Kilowattstunden erzeugen.

Außerdem diente der praktische – und darüber hinaus im übertragenen Sinne metaphorische – Energielieferant dank der Unterstützung durch die Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt GmbH (LENA) auf den Elbwiesen auch als Begegnungs- und Diskussionsort für Themen rund um die Energiewende. Hier konnte man sich am Festwochenende – am Samstag von 19:00 bis 22:00 Uhr und am Sonntag von 9:00 bis 18.00 Uhr – über konkrete Projekte, aber auch über die Beteiligung am Umweltschutz, die regionale Wertschöpfung, die Speichertechnologien und den Stand der Energiewende im Land informieren. Darüber hinaus wurden hier für 25 Euro sogenannte Solare Powerbanks angeboten. Die kleinen Reservespeicher im Smartphoneformat haben eine Kapazität von 20.000 Milliampere.

Im Anschluss war der Spirituelle Speicher von Juni bis September als autarke Energie-Power-Station im Rahmen der Weltausstellung Reformation in der Wittenberger Neustraße im sogenannten Torraum 4 zu finden. Dort diente er den zu erwartenden 1,5 Millionen Gästen jederzeit als Energielieferant.

Podium mit Smartphoneladestation im Hintergrund

Am 7.09. wurde der Speicher dann im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema Klimaschutz und Energie mit den Direktkandidaten der Region Anhalt für den Bundestag verabschiedet. Es diskutierten Sepp Müller (CDU), Stefan Maria Stader (SPD), Jörg Schnurre (FDP), Jörg Schindler (Die LINKE) und Max Schirmer in Vertretung von Steffi Lemke (Bündnis 90/ DIE GRÜNEN) über die Herausforderungen neuer Mobilitätsformen und der Energieversorgung in ihrer Region.

Energiewende-Rollenspiel auf dem Festival des BUMB (2016) und dem Reformationsjubiläum (2017)

Schon mal in die Rolle eines Energieversorgers geschlüpft? Oder als Ministerpräsident Ziele festgelegt? Als Energieminister Subventionen verteilt? Wie würden Sie die Energiewende gestalten?

Dass die Energiewende richtig und wichtig ist, das würde heute kaum jemand mehr bestreiten. Doch wie kann dieses Mammutprojekt gelingen? Interessengruppen zerren von allen Seiten an der Umsetzung, die Politik versucht zu lenken und zu steuern, Bürger wollen mehr Ökostrom, aber keine Stromtrassen, breitgeführte Debatten – die Sache ist kompliziert.

Das Energiewende-Rollenspiel setzt auf den serious Gaming-Ansatz und macht die Energiewende in ihrer Komplexität ganz konkret erlebbar. Am Anfang steht ein überwiegend auf fossilen Brennstoffen basierendes Energiesystem, das in mehreren Spieljahren in ein dezentral-regionales und von Erneuerbaren Energien bestimmtes System umgebaut werden soll – kurz gesagt: in das Energiesystem der Zukunft. Sie schlüpfen als Spieler in die Rolle verschiedener Akteure, werden etwa zum Energieminister, der Umwelt-NGO, dem Solarunternehmen oder dem Stromnetzbetreiber.

Das heißt: Verantwortung tragen, mitgestalten, experimentieren, debattieren, Entscheidungen treffen und das mit Konsequenzen. Denn nach jeder Spielrunde berechnet ein Computer die Auswirkungen: Unausgereifte Technologien oder Marktführer, wachsende oder sinkende CO2-Emissionen, Proteste von Umwelt- oder Sozial-NGOs – alles ist möglich.

So wird jeder Teilnehmer in einem partizipatorischen Prozess für die komplexen systemischen Zusammenhänge der Gemeinschaftsaufgabe Energiewende sensibilisiert. Seien Sie mittendrin und erleben Sie spielerisch, wie eine dezentrale, vernetzte und vielfältige Energiewende auf regionaler Ebene funktionieren kann.