Was ist ein Reallabor?

Reallaborforschung als innovativer Ansatz der nachhaltigkeitsorientierten Transformationsforschung

Der Begriff „Reallabor“ bezeichnet einen neuartigen Ansatz der Wissenschaft, bei dem Akteure aus der Praxis und Bürger*innen aus der Region von Anfang an in einen Forschungsprozess einbezogen werden. Auf diese Weise kann ein sozial, ökonomisch und technisch robusteres Wissen generiert werden, das  z. B. für Politik und Wirtschaft leichter anschlussfähig ist und somit insgesamt die Handlungsfähigkeit der Gesellschaft für eine nachhaltige Entwicklung erhöhen kann. Reallabore schaffen eine Plattform für neue Formate und neue Partnerschaften und fördern dadurch Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Akteuren.

Dabei schafft es eine Plattform für neue Formate und Partnerschaften. Die regionalen Akteure werden von vornherein in den Transformationsprozess einbezogen und gestalten diesen mit. Durch den Einbezug eines Reallabors in Forschungsprojekte können die im Labor stattfindenden Entwicklungen dokumentiert und übertragbar gemacht werden.

Das Reallabor Anhalt

Das 2015 parallel mit dem Verein gegründete Reallabor Anhalt umfasst die gesamte Region Anhalt-Bitterfeld im Osten Sachsen-Anhalts. Aus Sicht der EAA eignet sich die Region mit seinen sowohl ländlichen als auch städtischen Strukturen besonders gut als Reallabor.
Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld wird durch rund 380.000 Menschen bewohnt und schon heute kommt hier mehr als 68% der Nettostromerzeugung aus regenerativen Quellen. Eine gewisse Offenheit gegenüber den Erneuerbaren ist also zu erwarten. Die Region verfügt zudem über zahlreiche energieeffiziente Neu- und Bestandsbauten – gute Voraussetzungen, um im Übergang zur postfossilen Zivilisation eine Vorreiterrolle zu spielen.
Das Reallabor Anhalt dient als Raum zum Erproben – Erproben, wie ein nachhaltiges, regionales Energiesystem aussehen und umgesetzt werden kann. Dabei schafft es eine Plattform für neue Formate und Partnerschaften und fördert somit Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Die regionalen Akteure werden von vornherein in den Transformationsprozess einbezogen und gestalten diesen mit. Zu nennen sind hierbei unter anderem Stadtwerke, Unternehmen der Energiebranche, Kommunen, Wohnungsgenossenschaften, das Bundesumweltamt in Dessau, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, wie die Hochschule Anhalt, als auch Vereine und die Bürger*innen des Landkreises.

Warum die Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg?

Die Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg gilt deutschlandweit als Modell für einen neuen Umgang mit Energie.

Mit dem Umweltbundesamt in Dessau, dem Fraunhofer-Institut in Halle oder der Stiftung Bauhaus Dessau sind hier namhafte Institute angesiedelt, die über eine Kernkompetenz bei der Erforschung erneuerbarer Ressourcen verfügen. Hinzu kommen führende Unternehmen, die seit Jahren mit technologischen Spitzenleistungen aufwarten. Das in Thalheim gegründete Unternehmen Q-Cells  galt zeitweise als weltweit größter Hersteller von Solarzellen und prägte die deutsche Solarzellenforschung maßgeblich. Der Bau von Komponenten für Windkraftanlagen in Dessau-Roßlau und Gräfenhainichen, die Biomassenutzung für die Ethanolherstellung in Zörbig und der Aufbau einer hundertprozentigen EER-Region im Landkreis Wittenberg ergänzen dieses überzeugende Portfolio.

Außerdem setzt die Region Maßstäbe beim energieoptimierten Bauen, verfügt über innovative Anlagen der Energiegewinnung und zeigt in Ferropolis, wie sich Unterhaltungsindustrie und grüner Strom verbinden lassen. Beste Voraussetzungen also für eine Standort- und Innovationsinitiative, die Partner vernetzen, neue Formen des Energieflusses erproben und die wirtschaftliche Entwicklung dieser Zukunftstechnologien fördern will.

Auch geografisch eignet sich die Region Anhalt mit ihren ländlichen und städtischen Strukturen besonders gut als Reallabor. Dieser Landstrich eignet sich aus Sicht der EAA besonders gut, weil er eine sinnvolle Diversität mit ländlichen und städtischen Strukturen bietet (380.000 Einwohner in Summe) und hier schon heute mehr als 50% der Nettostromerzeugung aus regenerativen Quellen kommen. An manchen wind- oder sonnenreichen Tagen sind es sogar über 70%. Eine gewisse Offenheit gegenüber den Erneuerbaren ist also zu erwarten.

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