Was ist unser Ziel?

Kurz gesagt: Wir wollen Stadtentwicklung im Rückbaugebiet! Das mag erstmal verrückt klingen, ist aber in Anbetracht des Potenzials des Wohngebietes ‘Wolfen-Nord’ ein Vorhaben mit Zukunft. Die Quartiersplanung erfolgt nicht selektiert anhand einzelner Baufelder oder Grundstücke sondern nimmt gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge in Betracht. Dazu zählt beispielsweise der Aufbau einer Sharing Economy, Mehrgenerationenwohnen oder die lokale Versorgung durch Anbau von Lebensmitteln, Energiegewinnung und Aufbereitung von Grauwasser. Ein besonderer Fokus liegt auf der Erprobung alternativer Wohnformen. Ziel ist es, mit starken Partnern vor Ort gemeinsame Quartiersentwicklung zu betreiben und Infrastrukturkonzepte zu entwickeln.

Was ist die Herausforderung?

Stadtplanung ist aktuell mit vielschichtigen Fragestellungen konfrontiert: eine klimaneutrale Energieversorgung, nachhaltige, smarte Infrastruktur- und Mobilitätskonzepte, Mehrgenerationenwohnen sowie eine lockere durchgrünte Wohnbebauung sind einige der vielen Ansätze um den Weg in eine klimagerechte, lebenswerte Zukunft zu beschreiten. Um diesen Wandel auch sozialverträglich vollziehen zu können ist es entscheidend, Maßnahmen durch nachhaltige, innovative Ideen zu ergreifen, die die Lebensqualität der Menschen deutlich steigern.

Warum benötigen wir Experimentierräume?

Ein Blick in die Studienlage zeigt einen Mangel an zivilen Akteuren und Möglichkeitsräumen bei der Stadtentwicklung. Das Engagement zur Gestaltung braucht Räume um Ideen für eine sozial-ökologische Zukunft zu erproben. Bereits 2016 stellt der Wissenschaftliche Beirat für globale Umweltveränderungen der Bundesregierung (WBGU) seine Vorstellung von zukünftigen Städten vor. In ihnen sind die Menschen nicht nur Nutzer, sondern auch Gestalter ihrer städtischen Umwelt, so dass Kreativität und Diversität gefördert und genutzt werden. Uwe Schneidewind schrieb schon 2 Jahre zuvor über Reallabore, dass Quartiere der ideale Raum sind, um im kleineren Maßstab Transformation zu lernen, um Transformationsprozesse zu initiieren, mit ihnen zu experimentieren und sie voranzutreiben, die dann auf die ganze Stadt übertragen werden können. Michael Braum schreibt 2020 über die Ästhetik der Stadt von morgen, dass die anstehenden Veränderungen der Städte nach Stadtexperimenten verlangen. Im Rahmen dieser Experimente verändert sich die Rolle der öffentlichen Hand, weg von der „Gouvernante“ hin zur begleitenden „Ermöglicherin“. Es besteht also nach Einschätzung der Wissenschaft, die Frage nach mehr Beteiligung der Stadtgesellschaft an der Ausgestaltung ihrer Lebensräume. 

Was passiert gerade in Wolfen-Nord? 

Unter dem Motto: „Zukunft gestalten wo Vergangenheit Gegenwart ist” soll der Stadtteil Wolfen-Nord, mit Unterstützung der Stadt Bitterfeld-Wolfen und verschiedensten Akteuren vor Ort neu gestaltet werden. Dabei liegt der Fokus auf Nachhaltigkeit und lockerer, durchgrünter Bebauung. In den letzten Jahren wurden bereits verschiedene Ideen von Anwohnern zusammengetragen und vorhandene Strömungen aufgegriffen. Dabei ist ein gesamtheitliches Konzept aus Wohnen.Arbeiten.Leben. entstanden, das mit einer Quartiersentwicklung in Wolfen-Nord verwirklicht werden soll. Mit zivilgesellschaftlichem Engagement und innovativen Ideen konnte die Stadtverwaltung gewonnen und ein B-Plan Verfahren für ‘experimentelles Wohnen mit kompakten Wohnformen’ eröffnet werden. Nach drei Dekaden des Rückbaus wird nun erstmals ein neues Quartier entwickelt. Dabei handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Wohnsiedlung, es soll vielmehr ein resilientes Quartier entstehen, das zukünftige Erfordernisse berücksichtigt. Aktuell laufen die Planungsverfahren, die voraussichtlich Ende 2022 abgeschlossen werden so dass 2023 in Wolfen-Nord Deutschlands erstes Experimentelles Wohngebiet entstehen kann. 

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