Energieavantgarde in der MZ

Strom vom Nachbarn

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat eine klare Vorstellung: „Wir wollen die Nummer 1 der Wasserstofftechnologie in der Welt werden“. In der ersten Runde der Ausschreibung des Ideenwettbewerbs „Reallabore der Energiewende“ des Bundeswirtschaftsministeriums war der quasi CO2-freie Energieträger das zentrale Thema.

19. August 2019

Strom vom Nachbarn

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat eine klare Vorstellung: „Wir wollen die Nummer 1 der Wasserstofftechnologie in der Welt werden“. In der ersten Runde der Ausschreibung des Ideenwettbewerbs „Reallabore der Energiewende“ des Bundeswirtschaftsministeriums war der quasi CO2-freie Energieträger das zentrale Thema.

„Bei einer Ausschreibung zu Reallaboren müssen wir natürlich dabei sein“ erklärt Rolf Hennig, Geschäftsstellenleiter der Energieavantgarde Anhalt, die bereits seit 2014 unter diesem Begriff arbeitet. „Da kannte in Berlin überhaupt noch niemand den Begriff“, so Hennig. „Für uns ist dabei besonders wichtig, dass wir Ansätze erproben können, die letztlich nicht nur institutionellen Investoren, sondern vor allem dem Bürger zugutekommen.“

Partner und Unterstützer waren schnell gefunden, um einen Vorschlag auf Quartiersebene für Bitterfeld-Wolfen einzureichen. Die Idee: durch die Umwandlung in Wasserstoff das Strom- und Gasnetz auf lokaler bis hin zur Haushalts-Ebene zu koppeln. Dadurch erhöhen sich Speichermöglichkeiten und Flexibilität beim Einsatz erneuerbarer Energien zur Deckung des Strom- und Wärmebedarfs.

Auch Bürger könnten sich beteiligen, indem sie die Stromerzeugung in die eigenen Hände nehmen. „Technologisch ist das Kraftwerk auf dem Balkon möglich, da kann man dann Strom vom Nachbarn beziehen“, erklärt Hennig und fährt fort „Wir wollen erproben, wie wir die verschiedenen Ebenen am besten in Einklang bringen und den größten Mehrwert im Sinne der regionalen Wertschöpfung erreichen“.

Dadurch setzt sich die Energieavantgarde Anhalt von jenen großtechnischen Strukturen ab, welche ähnliche Herausforderungen auf höheren Netzebenen zu lösen versuchen und in der Ausschreibung den Zuschlag bekamen.

„Da ist der Bürger dann raus“, erklärt Hennig, „bzw. darf im Zweifelsfall dann letztlich noch höhere Netzentgelte zahlen.“ Im dezentralen Projekt der Energieavantgarde dagegen steckten so viele Chancen von der Wertschöpfung bis zur Stärkung der Demokratie, dass sich die lokale und regionale Politik das eigentlich nicht entgehen lassen dürften. „Deswegen treten wir hochmotiviert in der nächsten Ausschreibung wieder an“.

Energieavantgarde in der MZ

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