SINTEG – WindNODE „Schaufenster intelligente Energie“

Projektziel

Das Reallabor Anhalt ist im SINTEG-Programm WindNODE integriert. Bis 2020 wird das RLI untersuchen, ob es effektiver ist, Energie aus der Region zu exportieren oder sie direkt vor Ort zu verbrauchen. Dabei will der EAA e. V. zeigen, dass intelligente Verteilnetze auf Basis von bis zu 100 Prozent erneuerbaren Energien zu Versorgungssicherheit führen.

Projektpartner

https://www.windnode.de/partner/

Handlungsfelder

WindNODE wird vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) als ein „Schaufenster intelligente Energie“ gefördert. Gezeigt wird ein Netzwerk flexibler Energienutzer, die ihren Stromverbrauch nach dem schwankenden Angebot von Wind- und Sonnenkraftwerken ausrichten können. Ziel ist es, große Mengen erneuerbaren Stroms ins Energiesystem zu integrieren und zugleich die Stromnetze stabil zu halten. Damit entstehen übertragbare Musterlösungen, die auch anderswo die Energiewende voranbringen können.

Pilotregion in Sachsen-Anhalt 

Das Reallabor Anhalt ist im SINTEG-Programm WindNODE integriert. Bis 2020 wird das RLI untersuchen, ob es effektiver ist, Energie aus der Region zu exportieren oder sie direkt vor Ort zu verbrauchen. Dabei will der EAA e. V. zeigen, dass intelligente Verteilnetze auf Basis von bis zu 100 Prozent erneuerbaren Energien zu Versorgungssicherheit führen. Mit der Projektteilnahme sind keine Mittel verbunden, aber es gelten diverse Ausnahmeregelungen. So kann der Verein wirtschaftliche Nachteile wie die Netzentgelte geltend machen. SINTEG Verordnung

Der EAA e. V. ist ein regionales Akteursnetzwerk, das in Kooperation mit Partnern an dem zukunftsfähigen Umbau des Energiesystems vor Ort arbeitet.

Das Energiesystem ist durch die Digitalisierung und die Energiewende einem starken Wandel unterworfen. Ein hohes Maß an Versorgungssicherheit, wirksame Klimaschutzmaßnahmen und eine wirtschaftlich tragfähige Energieversorgung geben dabei den Rahmen für das Energiesystem der Zukunft vor.

Der EAA e. V., Programmteilnehmer seit August 2017, schaut selbst auf produktive Monate zurück.
Gemeinsam mit dem Reiner Lemoine Institut (RLI) kann er darlegen, wie das Energieübertagungsnetz reagiert, wenn der in der Region produzierte Ökostrom unvermindert eingespeist werden würde. Das RLI hat auf der Grundlage der sogenannten Power-to-Heat-Studie eine Rechnungsmatrix erstellt, mit der die Netzstabilität unter Einfluss verschiedener Faktoren simuliert werden kann.

Der EAA e. V. und das RLI hatten die Studie in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wie viel erneuerbarer Strom aktuell in der Region Dessau-Bitterfeld-Wolfen aus regulatorischen Gründen nicht genutzt wird, obwohl er kostengünstig zur Verfügung stünde und fossile Energiequellen ersetzen könnte. Dazu haben dankenswerterweise die Dessauer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH und die Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen GmbH, beide Mitglied im EAA e. V., vertrauensvoll Lastdaten zu Verbrauchs- und Erzeugungsmengen im Bereich Strom und Wärme teilweise seit 2014 zur Verfügung gestellt, die die anteilmäßige Erzeugung aus grüner und fossiler Energien aufzeigen. Die Studie belegt, dass in der Region
Dessau-Bitterfeld-Wolfen grundsätzlich ausreichend grüne Energie zur Verfügung stünde, um den Bedarf weitgehend zu decken. Demnach wird schon heute die Hälfte des Energiebedarfs in der untersuchten Region durch Erneuerbare geliefert. Weitere 28 Prozent des Wärmebedarfs könnten durch die bereits vorhandenen Windkraftanlagen abgesichert werden, wenn die Anlagen entsprechend der Gesetzeslage aus regulatorischen Gründen nicht zeitweise abgestellt werden würden. Mit der nun vorliegenden Analyse realer Wärme-Lastgänge steht technisch gesehen einem Praxislauf für die intelligente Energieversorgung der Zukunft im Reallabor Anhalt nichts mehr entgegen. Der Verein und das Institut haben als Praxispartner die Dessauer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH gewonnen. Diese hat sich bereiterklärt, ihren im Jahr 2017 fertiggestellten Mega-Wärmespeicher mit Elektroerhitzer für einen Praxistest zur Verfügung zu stellen. Statt Windräder anzuhalten würde deren Energie das Wasser im Energiespeicher erhitzen, aus dem dann die Haushalte Dessaus mit erneuerbarer Wärme versorgt werden könnten.