TAG 109: Industrie und Energiewende

26. Januar 2016

Die Industrie- und Handelskammern Magdeburg und Halle-Dessau laden zum 3. IHK-Energietag Sachsen-Anhalt ein. Diskutiert wird die Energiewende aus unternehmerischen Perspektive unter dem Stichwort „Mehr Kosteneffizienz“. Es sind vor allem Sorgen, die die IHKs beim Stichwort Energiewende bewegen. Als Vertreter der Unternehmen, die sich bisher im Markt bewegen und behaupten, gelten den Industrie- und Handelskammern die EEG-Umlage, erhöhte Netzentgelte (besonders in Sachsen-Anhalt ein konkretes Problem für die Standorte) und generell die hohen Steuern und Abgaben auf Energieprodukte als ein konkretes Entwicklungshemmnis für die Wirtschaft. Brauchen wir also mehr Energiewende? Wird das nicht alles zu viel? Wind? Sonne? Netze? Und die Fossilen, die ja noch im Markt sind?

Andererseits ist die Dynamik der Energiewende inzwischen unbestritten. „Welpenschutz“ soll es nicht mehr geben, wie es Bundeswirtschaftsminister Gabriel formuliert. Daher wächst die Neugierde aller Unternehmen. Viele haben sich längst unter den Fragestellungen Effizienz, KWK, Eigenversorgung mit regenerativen Energien neu aufgestellt – und genießen dadurch Marktvorteile.

Doch die rechtlichen Rahmenbedingungen sind ähnlich schwankend wie das Dargebot von Wind und Sonne. Lastgangmanagement, Speicher, die Konvergenzmärkte Mobilität und Wärme sowie Allokationsmechanismen sind die Antwort auf wechselndes Energiedargebot.

Auf (befürchtete) wechselnde politische und rechtliche Rahmenbedingungen ist die Antwort noch nicht gefunden. Mehrheit könnte sie lauten. Doch diese ist für die weiteren konsequenten Schritte der Energiewende erst gesichert, wenn sich der Vertrauensvorschuss der Öffentlichkeit („Klimaschutz“) in konkrete Vorteile verwandelt, die für alle spürbar sind. Auch und dringend für die Unternehmen.

Konkret geht es also darum, Anreize und Angebote einer regionalen Steuerung von Angebot und Nachfrage korrespondierend zu europäischen Netzen (und damit vielleicht auch Alternativen zum Netzausbau) zu entwickeln und mit den Unternehmen zu erproben. „Welche Ansatzpunkte zur Ausgestaltung der zukünftigen Stromnetzgelte im Sinne einer fairen Kostenverteilung gibt es?“ Dies fragt der IHK Energietag Sachsen-Anhalt.

Die Energieavantgarde Anhalt lädt gemeinsam mit den IHKs alle Unternehmen ein, Netzwerke in ihrer Nachbarschaft, zum Beispiel im Gewerbegebiet, im Industriepark, zu entwickeln, und gemeinsam Energiedargebote aus erneuerbaren Energien zu nutzen sowie Synergien zu erzielen. Vielleicht hat Ihr Nachbar die Prozesswärme, die Sie gut benötigen, im Überfluss?

Mit einem solchen Energieeffizienz-Netzwerk hat beispielsweise schon die InfraLeuna sehr gute Erfahrungen gemacht. Wir werden in der Region Anhalt, im Reallabor der Energieavantgarde, diese Chancen für Unternehmen wie für die Region nutzen.

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