Ministerium diskutiert regionalen Balancekreis mit Energiewirtschaft

„Vor zwei Jahren undenkbar”

Zu den großen Herausforderungen der nächsten Phase der Energiewende gehört der rasant steigende Anteil fluktuierenden Stroms. Oder anders ausgedrückt: Wind und Sonne wehen bzw. scheinen nicht immer gleich. Noch vor wenigen Jahren forderte die Energiewirtschaft daher, Erneuerbare zu begrenzen und fossile Energieträger vorzuhalten.

25. Mai 2019

„Vor zwei Jahren undenkbar”

Doch am 9. Mai in Potsdam ist, was laut EAA-Vorsitzenden Thies Schröder „vor zwei Jahren noch undenkbar war“, plötzlich ganz normal – die Energieavantgarde Anhalt präsentierte auf Einladung des Ministers für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg ein völlig neues energiewirtschaftliches Modell: Den Regionalen Balancekreis.

„Die Netzbetreiber wissen, dass sie ein völlig anderes energiewirtschaftliches Regime brauchen, um die nächste Phase der Energiewende meistern zu können,“ sagt Thies Schröder. „Nur eine dezentrale und sektorgekoppelte Energieversorgung kann die Erneuerbaren in ausreichendem Maß ins Strommetz integrieren. Und diese Balance ist physikalisch bedingt nun einmal zuallererst eine regionale.“

Vor dem Fachforum  Energiewende im Potsdamer Ministerium präsentierte Schröder, unterstützt von Dr. René Mono vom Berliner Thinktank Dynamis, den Regionalen Balancekreis. Neben Schröder und Mono diskutierten u.a. Dr. Michael Koch vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sowie Vertreter des Netzbetreibers mitnetz und Forscher der BTU Cottbus-Senftenberg.

Laut Schröder geraten Netzbetreiber zunehmend unter den Druck immer massiverer Regelungskonflikte, die aus der traditionellen Netzentgeltsystematik in Verbindung mit fehlender Sektorkopplung entstehen. Strom wird in Regionen mit bereits hohen Anteilen erneuerbarer Energien lieber abgeregelt anstatt vor Ort zur Deckung der sektorübergreifenden Energienachfrage genutzt zu werden. Höhere Kosten für Netzbetreiber und damit auch höhere Netzentgelte für die Kunden sind die Folge. „Das macht unseren Ansatz des regionalen Balancekreises für Energieversorger und Landespolitik heute interessant,“ sagt Schröder.

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